de.wedoany.com-Bericht: Senegals Sonatel hat kürzlich die Modernisierung der Satelliten-Bodenstation in Gandoul abgeschlossen. Auf einer Fläche von rund fünf Hektar wurden 16 Antennen der neuen Generation für Satelliten im niedrigen Erdorbit (LEO) installiert und ein Technikraum nach Tier-III-Standard errichtet. Die neuen Anlagen sind an das OneWeb-LEO-Satellitennetzwerk der französischen Eutelsat-Gruppe angebunden und verbinden die Satellitenkonstellation mit dem bestehenden terrestrischen Kommunikationsnetz Senegals, um Hochgeschwindigkeits-Internetdaten für den lokalen Markt und andere westafrikanische Märkte zu übertragen.
Das in Betrieb genommene Satellite Portal Network ist das terrestrische Gateway des OneWeb-LEO-Satellitensystems. Die Kommunikationssignale der Satelliten werden über die 16 Antennen empfangen und gesendet und anschließend über den Technikraum an das Glasfaser-Backbone-Netzwerk, Unterseekabel und andere terrestrische Netze weitergeleitet. Im Gegensatz zu Satellitenempfangsgeräten, die nur für Endnutzer bestimmt sind, übernimmt diese Einrichtung den massiven Datenaustausch zwischen der LEO-Satellitenkonstellation und den regionalen Kommunikationsnetzen und stellt einen wichtigen Basisknoten für den Eintritt des Satelliteninternets in die Netze lokaler Betreiber dar.
Die Bodenstation in Gandoul ist keine neue Kommunikationsstation, sondern erweitert die bestehende Satellitenkommunikationsdrehscheibe um die Fähigkeit zum Zugang zu LEO-Satelliten. Die Station befindet sich in der Region Thiès in Senegal, wurde 1972 in Betrieb genommen und übernimmt seit langem Aufgaben der internationalen Satellitenkommunikation und digitalen Konnektivität. Der Standort bietet eine relativ freie Sicht auf das Meer, geringe elektromagnetische Störungen und liegt in der Nähe von Dakar sowie der wichtigsten digitalen Infrastruktur Senegals, weshalb er weiterhin für den Bau des neuen Satelliten-Gateways genutzt wird.
Um die Kommunikationskontinuität zu gewährleisten, wurden die neuen Anlagen mit einer sicheren Stromversorgungsinfrastruktur, redundanten Systemen und Hochgeschwindigkeits-Glasfaserverbindungen ausgestattet. Das Satelliten-Gateway ist auch mit den von Sonatel betriebenen Unterseekabeln, dem nationalen Backbone-Netz und internationalen terrestrischen Netzen verbunden, sodass Daten je nach Netzwerkzustand über Satelliten- oder Glasfaserpfade übertragen werden können. Diese hybride Vernetzung trägt dazu bei, die internationalen Kommunikationsausgänge zu erhöhen und bei Ausfällen bestimmter Leitungen alternative Verbindungspfade bereitzustellen.
LEO-Satelliten befinden sich relativ nah an der Erdoberfläche und können ergänzende Verbindungen in Gebieten bereitstellen, die von herkömmlichen Glasfaser- und Mobilfunknetzen nur schwer abgedeckt werden. Allerdings benötigen LEO-Satellitendienste weiterhin das Zusammenspiel von terrestrischen Gateways, Glasfaser-Rückverbindungen, Stromversorgungssystemen und Netzwerksteuerungseinrichtungen. Die 16 neuen Antennen und der Tier-III-Technikraum des Gandoul-Projekts schließen eine entscheidende Lücke in der Verbindung der OneWeb-Konstellation mit terrestrischen Netzen in Westafrika und erweitern die Kapazität Senegals zur Übertragung grenzüberschreitender Satellitendaten.
Dieses Projekt ist Teil des senegalesischen Digitalinfrastrukturplans „New Deal Technologique", dessen Ziele die Verbesserung des Breitbandzugangs, die Stärkung der Netzresilienz und die Diversifizierung der internationalen Kommunikationswege umfassen. Sonatel erklärte, dass das Gandoul-Gateway nicht nur für den senegalesischen Markt bestimmt sei, sondern auch Anschlussunterstützung für Nachbarländer, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen bieten werde, wodurch sich die Bodenstation zu einem regionalen Knotenpunkt für Satellitenkommunikation und Glasfasernetze in Westafrika weiterentwickeln könne.
Derzeit hat Sonatel weder den Investitionsbetrag für diese Modernisierung, noch die Auslegungskapazität des Satelliten-Gateways oder die spezifischen Servicekunden bekannt gegeben. Klar ist jedoch, dass die 16 Satellitenantennen, der Tier-III-Technikraum, die redundante Stromversorgung und die Hochgeschwindigkeits-Glasfaserverbindungen bereits installiert wurden. Die Bodenstation in Gandoul hat sich von einer traditionellen Satellitenkommunikationseinrichtung zu einer integrierten Kommunikationsinfrastruktur weiterentwickelt, die LEO-Satelliten, Unterseekabel und terrestrische Backbone-Netze miteinander verbindet.










