2025 gewinnt das Konsortium Stadler-Siemens in Deutschland den Auftrag über 350 S-Bahn-Züge für Berlin
2026-08-06 09:09
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de.wedoany.com-Bericht: Ein Konsortium aus S-Bahn Berlin, Siemens Mobility und dem Schweizer Hersteller Stadler erhielt Mitte 2025 den endgültigen Zuschlag für die Modernisierung und den Betrieb der Berliner S-Bahn-Flotte. Der Vertrag umfasst die Fertigung von 350 vierteiligen Nahverkehrszügen, die Wartung der Flotte über 30 Jahre sowie den Betrieb auf zwei zentralen Berliner Teilnetzen über 15 Jahre; der Gesamtauftragswert wurde nicht öffentlich bekannt gegeben.

Der Vertrag bündelt Fahrzeugfertigung, langfristige Wartung und Servicebetrieb in einem einzigen Rahmen und deckt das Berliner Nord-Süd-Teilnetz sowie das Stadtbahn-Teilnetz (Ost-West) ab. Stadler wird alle neuen Züge der nächsten Generation in seinem Berliner Werk produzieren, während Siemens Mobility die digitale Wartungsplattform Railigent X für Echtzeit-Prognoseanalysen während der 30-jährigen Wartungsphase bereitstellt. Das Nord-Süd-Teilnetz verläuft entlang der Nord-Süd-Achse durch das Zentrum der Hauptstadt, die Stadtbahn-Korridore führen am Berliner Hauptbahnhof, Friedrichstraße, Alexanderplatz und Ostbahnhof vorbei. Während der 15-jährigen Betriebsphase behält S-Bahn Berlin die Betriebsverantwortung für beide Teilnetze. S-Bahn Berlin befördert derzeit täglich rund 1,4 Millionen Fahrgäste in der Hauptstadtregion.

Der Zeitplan für die Fahrzeugauslieferung wurde noch nicht bekannt gegeben; die Laufzeiten von 15 Jahren Betrieb und 30 Jahren Wartung beginnen mit der Flottenbereitstellung. Die neuen Züge werden mit Mehrzweckbereichen für Rollstuhlnutzer und Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität, halogenfreien wassergekühlten Klimaanlagen für hohe Außentemperaturen sowie USB-C-Ladeanschlüssen an jedem zweiten Sitzplatz ausgestattet sein.

Mit einem Auftragsvolumen von 350 vierteiligen Zügen zählt dieser Auftrag zu den größten einzelnen Beschaffungen von Nahverkehrsfahrzeugen in Europa in diesem Jahrzehnt. Zum Vergleich: Rumänien startete im Juni 2025 eine Ausschreibung für deutlich kleinere Vorortbahnfahrzeuge in Cluj-Napoca (Quelle: Railway Gazette, Juni 2026). Der Berliner Vertrag steht im Einklang mit dem deutschen Programm „Digitale Schiene“, das 8,6 Milliarden Euro bereitstellt, um auf 5.000 Kilometern Gleis analoge Stellwerke durch computergestützte Zugsteuerung zu ersetzen; das europäische Eisenbahnverkehrsmanagementsystem zielt darauf ab, bis 2030 über 60 % des EU-Kernnetzes aufzurüsten, mit einer erwarteten durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 12,2 % zwischen 2025 und 2033 (Quelle: Market Data Forecast, 2025). Im Jahr 2025 wuchs die Betriebsleistung des deutschen Personenverkehrs um 1,5 %, während der Schienengüterverkehr um 5,4 % zurückging, was strukturelle Veränderungen bei den Investitionen in den öffentlichen Nahverkehr in Ballungsräumen widerspiegelt (Quelle: Railmarket, 2025). Die kumulierte Laufleistung der bestehenden Berliner S-Bahn-Flotte auf der Ringbahn hat bereits 120 Millionen Kilometer überschritten und bietet eine Zuverlässigkeits-Baseline für die neuen Züge.

Die Bündelung von Fahrzeuglieferung, 30-jähriger Wartung und 15-jährigem Betrieb in einer einzigen Vergabe ist ein Beispiel für den Wandel der deutschen Schienenfahrzeugbeschaffung hin zu integrierten Lebenszyklusverträgen. Die Beibehaltung von S-Bahn Berlin als Betreiber, während Fertigung und digitale Wartung jeweils an Stadler und Siemens Mobility vergeben werden, zeigt, dass die Verkehrsverwaltung Berlin-Brandenburg Flottenzuverlässigkeitsgarantien über eine vollständige vertikale Integration stellt.

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