Spanien plant bis 2030 eine öffentliche Ladeleistung von 2,27 Gigawatt – Hafen-Landstrom um 919 Megawatt zusätzlich
de.wedoany.com-Bericht: Am 14. September veröffentlichte die spanische Regierung den neuen nationalen Aktionsrahmen für die Infrastruktur alternativer Kraftstoffe, der vorsieht, die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe im Straßen-, Hafen-, Flughafen- und Schienenverkehr bis 2030 weiter auszubauen. Dabei soll die Gesamtleistung der öffentlichen Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge etwa 2,27 Gigawatt erreichen, und bei Landstromanlagen in Häfen sind zusätzlich 919 Megawatt geplant. Das Dokument wurde vom spanischen Ministerium für ökologischen Wandel und demografische Herausforderungen sowie vom Ministerium für Verkehr und nachhaltige Mobilität gemeinsam erstellt und befindet sich derzeit in der Phase der öffentlichen Konsultation, die bis zum 2. Oktober läuft.

Spanien verfügt derzeit über 42.318 öffentliche Ladepunkte mit einer Gesamtnennleistung von etwa 2,269 Millionen Kilowatt. Der Schwerpunkt der nächsten Ausbauphase der Regierung verlagert sich von der reinen Erhöhung der Anzahl der Ladepunkte auf die Verbesserung der Schnelllade- und Hochleistungsladefähigkeit, wobei der Schwerpunkt auf den wichtigsten Straßenkorridoren des europäischen transeuropäischen Verkehrsnetzes liegt. Der nationale Energie- und Klimaplan sieht zugleich vor, dass Spanien bis 2030 einen Bestand von 5,5 Millionen elektrifizierten Fahrzeugen erreicht.
Im Bereich der Ladeinfrastruktur an Straßen wurden für das Programm MOVES Corredores bereits 200 Millionen Euro bereitgestellt, um den Bau öffentlicher Ladeinfrastruktur mit einer Gesamtleistung von mindestens 300 Kilowatt zu unterstützen. Tankstellen mit einem jährlichen Benzin- und Dieselabsatz von mehr als 10 Millionen Litern müssen über eine Ladeleistung von mindestens 400 Kilowatt verfügen, die ab 2027 auf 600 Kilowatt erhöht wird; nicht Wohnzwecken dienende Parkplätze mit mehr als 20 Stellplätzen müssen mindestens einen Ladepunkt pro 40 Stellplätze bereitstellen, bei Parkplätzen von Gebäuden der Zentralregierung erhöht sich dies auf einen pro 20 Stellplätze.
Häfen sind ein weiterer großer Bereich des Ausbaus der Strominfrastruktur in dieser Planung. Der nationale Aktionsrahmen legt fest, dass in 26 Häfen gemäß der EU-Verordnung über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe Landstromanlagen errichtet werden müssen, wobei bis 2030 zusätzlich 919 Megawatt Landstromleistung geplant sind, um den Strombedarf von Containerschiffen und Fahrgastschiffen mit mehr als 5000 BRZ bei der Hafenanlage zu mindestens 90 % zu decken. Das spanische Hafensystem verfügte 2024 bereits über etwa 200 Megawatt entsprechender Strominfrastruktur; im Planungszeitraum muss die gesamte Landstrom- und zugehörige Versorgungsleistung einschließlich des Strombedarfs anderer Häfen auf etwa 1,1 Gigawatt erhöht werden.
Die spanische Hafenbehörde hat im Unternehmensinvestitionsplan 2025–2029 etwa 778,7 Millionen Euro für die Elektrifizierung von Häfen und die Umrüstung der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe vorgesehen. Neben Landstrom umfasst die Planung Anlagen zur Versorgung von Schiffen mit grünem Methanol, erneuerbarem Ammoniak und fortschrittlichen Biokraftstoffen. Die AFIR-Verordnung der EU verlangt von den Mitgliedstaaten, im nationalen Aktionsrahmen den Ausbaupfad für die Infrastruktur alternativer Kraftstoffe in den Bereichen Straße, Hafen, Flughafen und Schiene bis 2030 festzulegen und einen Zwischenmeilenstein für 2027 zu setzen.
Im Schienenverkehr ist die nationale Eisenbahninfrastruktur Spaniens derzeit zu etwa 67 % elektrifiziert, während noch 5175 Kilometer Strecke mit Dieselantrieb betrieben werden. Die Planung sieht eine zusätzliche Elektrifizierung von etwa 1700 Kilometern Schiene vor, wodurch der Anteil elektrifizierter Strecken auf etwa 78 % steigen soll; für Strecken, bei denen eine herkömmliche Elektrifizierung wirtschaftlich nicht darstellbar ist, prüft die Regierung emissionsfreie Lösungen wie Batteriezüge und Wasserstoffzüge. Im Flughafenbereich sind die Nahpositionen der Flughäfen des europäischen Kern- und Gesamtverkehrsnetzes bereits mit festen Bodenstromversorgungsanlagen ausgestattet; bei den Außenpositionen werden Diesel-Bodenstromaggregate schrittweise durch elektrische Geräte oder Geräte mit erneuerbaren Kraftstoffen wie HVO ersetzt.
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